Chelidonium majus

August 6, 2018

 

Schöllkraut, Warzenkraut, Goldwurz, Schwalbenkraut, Augenkraut, Krätzenkraut, Chalberschissi, Geschwulstkraut, Nagelchrut, Gotsgab

 

 

 

 

Dass das Schöllkraut schon lange eine geschätzte Heilpflanze ist, zeigt ein Bild von Albrecht Dürrer aus dem Jahre 1526, das er nach seiner Genesung durch das Schöllkraut gemalt hat.

Die Alchimisten, deren Wurzeln ins alte Ägypten zurück reichen, drückten ihre Wertschätzung dadurch aus, indem sie das Kraut Coelidonium = Himmelsgabe nannten.

Viele Sagen weben sich um diese Pflanze. Die Schwalben sollen ihren Jungen den Saft des Schöllkrautes in die Augen träufeln, um sie von Blindheit zu heilen. Eine Geschichte übrigens, die uns von Aristoteles übermittelt wurde.

Das Augenkraut galt lange als das Allerheilmittel bei Augenkrankheiten.

Was die Pflanze so besonders macht, ist ihr gelber Saft, der kräftig orange wird, kommt er an die Luft.

Die Farbe dieses Safts, der Galleflüssigkeit ähnlich und das Gelb der Blüten, galten als Hinweis, diese Pflanze im Leber / Gallebereich einzusetzen.

In der Zwischenzeit hat sich längst die moderne Wissenschaft damit beschäftigt. Bis heute weiss man von 38 verschiedenen Alkaloiden, die in dieser Pflanze vorkommen. Einige davon sind giftig.

Das Schöllkraut gehört zur grossen Familie der Mohngewächse. Das macht sie nicht ganz einfach in der Handhabung.  Zu hohe Dosierungen können Gelbsucht auslösen. Die richtige Dosierung hingegen heilt sie.

Doktor Künzle schreibt: “Man nehme das Schöllkraut nie anders, als in kleinen Dosen!“ Er empfiehlt das Schöllkraut als Einlage in die Schuhe zu legen, leidet man unter Blutandrang im Kopf. Bäder in Schöllkrautabkochung nehmen das Zittern der Glieder.

Einreibungen des Saftes soll unerwünschten Bartwuchs bei Frauen zum verschwinden bringen. Vorsicht damit; frau hat dann vielleicht keinen Bart mehr, dafür ein braunes Kinn. Schöllkraut gibt schwer zu entfernende Flecken. Was besser ist, sei dahin gestellt! Teufel oder Belzebub?

Augenprobleme, Hautunreinheiten und alle Unregelmässigkeiten die auf mangelhafte Tätigkeit der Leber schliessen lassen, sind mit Schöllkraut gut zu behandeln.

Aber wie schon oben erwähnt, die Dosis machts!

Schöllkraut soll nur in Mischungen angewendet werden, 3x täglich eine Tasse.

Dass man mit Schöllkraut auch Warzen zum Verschwinden bringen kann, sagt der Name ‚Warzenkraut‘. Man tropft den Saft bei abnehmendem Mond  3 x täglich auf die Warzen und siehe da, sie werden kleiner und kleiner.

Auch dieses Phänomen wurde von der modernen Wissenschaft enträtselt. Hat der Saft des Warzenkrautes doch zellteilungshemmende Wirkung, was natürlich bei der Krebsforschung auf grosses Interesse gestossen ist.

Wie so oft, stellte sich das einst magieumwundene Zauberkraut, als hochpotentes Heilmittel heraus.

 

 

 

Rezepte

Lebertees nach Bruno Vonarburg

10 g Schöllkraut

10 g Wegwartewurzel

15 g Mariendistelsamen

15 g Löwenzahnwurzel und Kraut

10 g Erdrauchkraut

10 g Boldoblätter

1 Teelöffel Tee mit 1 Tasse kochendem Wasser übergiessen und 10 Minuten ziehen lassen. 2-3 Tassen pro Tag.

 

 

Schöllkrauttinktur

Wurzeln und Kraut kleinschneiden und mit klarem Schnaps übergiessen. 7 Tage stehen lassen und täglich schütteln.

Abfiltern und zur Unterstützung der Leber tropfenweise (auf Zucker) einnehmen.

Nur kurzfristig anwenden!

 

 

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