Geranium robertianum oder stinkender Storchenschnabel

June 4, 2018

Ruprechtskraut, Robertskraut, Vogelchrut, Herrgottsnägel, Wäntelechrut, Steichrut, Agathachrut, Notbrot, Rotlaufkraut, Herrgotteblüemli, Gottesgnad, Sant Katrinächrut, Chindlichrut

 

 

 

Was mir in meiner Ausbildung zur Heilpflanzenkundigen sehr viel Eindruck machte, war die Aussage meines Lehrers, dass die Pflanzen, die wir benötigen, zu einem kommen würden.

Wenn ich durch Wohngebiete schlendere, sehe ich an den unmöglichsten Orten und mögen sie noch so unwirtlich sein, Ruprechtskraut wachsen.

Irgendwann fing ich an, mir Gedanken zu machen, über die Wirkung des Storchenschnabels.

Ich blätterte vermehrt in meinen Büchern, stöberte in meinen Erinnerungen an die Ausbildung und immer mehr verdichtete sich meine Meinung, dass der Storchenschnabel für viele Menschen die ideale Heilpflanze wäre. Desshalb drängt er sich vielleicht so auf, wird aber meistens immer noch übersehen.

Wo setzt es denn an, das ‚Agathachrut‘? Frauen, mit Brustleiden riefen diese Heilige an und Tabernaemontanus schrieb 1613: ‚Das Ruprechtskraut uber die entzündten und geschwollenen Brüst der Weiber oder Kindbetterinnen gelegt, legt die Geschwulst und stillet den Schmertzen. So man das Winterszeit nicht gehaben kan, soll man es dürr nemmen, unnd mit seinem gedestillirten Wasser ein wenig anfeuchten, unnd warm uberschlagen. Gleicher Gestalt gebraucht dient es wider die Geschwulst der Hoden‘.

Bereits Dioskurides nutzte das Ruprechtskraut zur Wundheilung und man heilte alle Schäden, ob neu oder alt, damit.                           

Storchschnabel ist ein wunderbares Heilkraut bei allen Hautleiden. Und wenn ich mich so umhöre und sehe, scheint mir, dass heute sehr viele Menschen, gross und klein, unter Hautproblemen leiden.

Der Kräuterkundige Robert Quinche erlebte die heilende Wirkung des Storchschnabels das erstemal bereits als neunjähriger Bub. An Psoriasis leidend machte er Storchenschnabelbäder und erfuhr bereits nach den ersten paar Anwendungen, deutliche Besserung. Nach vier Wo-chen war seine Haut gesund und blieb es, bis er siebzehn war. Nun wiederholte er die Kur mit dem gleichen Erfolg.

Einer meiner Lehrer, René Strassmann, erzählte uns die Geschichte eines Paare, dass ihn um Hilfe bat, wegen ihrer Kinderlosigkeit. Er machte sich Gedanken und plötzlich kam ihm die Assoziation Kinder und Storch.

Er empfahl beiden Partnern eine Storchenschnabelteekur und bereits drei Monate später bekam er den freudigen Bericht einer Schwangerschaft.

Als er diese Geschichte an einem Kurs mit Bäuerinnen erzählte, lachte eine der Frauen und gestand, alle ihre drei Kinder mit Storchenschnabel bekommen zu haben.

Der Storchschnabel hat Hormon ähnliche Inhaltsstoffe und lässt sich gut zur Regulation der noch unregelmässigen Menstruation junger Mädchen einsetzen.

Roger Kalbermatten empfiehlt den Storchschnabel als pflanzliches Notfallmittel bei seelischen Schocks, ähnlich dem Star of Bethlehem bei den Bach Blüten.

Vielleicht sollten wir uns wieder bewusst machen, was die Alten befolgten, aber bei uns für lange Zeit allenfalls belächelt worden ist.

Viele Pflanzen werden von der modernen Medizin als unwirksam erklärt und doch sind es Pflanzen, die seit Jahrhunderten mit Erfolg angewendet worden sind. Vielleicht liegt es ja nicht an den Pflanzen, sonder daran, wie die Wissenschaft mit ihnen umgeht.

In alten Zeiten wurde das Ruprechtskraut vor allem äusserlich angewendet. Dazu nochmals Tabernaemontanus: ‘Aber es haben Bawersleuth uns erstlich müssen anzeigen dass es auch wol unnd one Gefahr nützlich im Leib möge gebraucht werden, ohnangesehen, dass es biss daher allein zu vilen eusserlichen Schäden gebraucht worden ist. Dann dieses Kraut wie die tägliche Erfahrung bezeugt dem Rindvieh ein fast nützlich Kraut ist, vornehmlich aber wann demselben der Harn verstanden ist, gibt man jhme das Ruprechtskraut zu Pulver verstossen mit Wein zertrieben, unnd geusset es jhme warm eyn‘

 

 

Rezepte

 

Kräutermaske

Das blühende Kraut klein zerpflücken und mit Mandel- oder Avocadoöl übergiessen. In der Sonne sechs Wochen lang ausziehen lassen und abseihen. Feines Hafermehl einrühren, bis eine Paste entstanden ist.

Wenig von der Paste mit Storchschnabeltee vermischen, auf die Haut auftragen und zwanzig Minuten einwirken lassen. Mit dem restlichen Tee sanft entfernen.

Kann täglich angewendet werden.

Paste im Kühlschrank aufbewahren.

 

Storchenschnabeltinktur

Klein zerpflücktes Kraut in ein Glas füllen und mit einem klaren Schnaps übergiessen. Bei Zimmertemperatur drei Wochen ausziehen lassen uns abgiessen. In dunkle Fläschchen abfüllen.

Bei unregelässiger Mens oder im Klimakterium kurmässig anwenden.

3 x täglich 25 Tropfen sechs Wochen lang. Pause von vier Wochen und Kur wiederholen.

 

 

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