Traxacum officinalis

April 5, 2018

Löwenzahn, Mohrewurzle, Chrottebösche, Soiblueme, Pusteblume, Röhrlichrut, Sonnenwirbel, Pfafferöhrli, Pissenlit, Bettseicher

 

 

Der Löwenzahn war DIE Pflanze, die mir die Notwendigkeit der lateinischen Pflanzennamen sichtbar gemacht hat.

Aus der Nordwestschweiz in den Osten ausgewandert, um Gärtnerin zu lernen, war ich am Anfang schockiert, wie wenig Pflanzen ich doch kenne. Aber mit der Zeit stellte ich fest, dass dem nicht so war. Ich benannte sie nur anders. So war bei mir die Chrottebösche eine Mohrewurzle, das Denketli ein Pangse (Pensée) und das Süüfferli eine Balsamine. Und ansonsten fiel auch der Löwenzahn unter die Kategorie Unkraut.

Nicht so als Kind. Wie haben wir es geliebt, einander mit Löwenzahn-blüten zu ‚fotografieren‘, Kränze zu machen und Ringli und was einem sonst noch alles so einfällt, wenn man klein ist.

Unsere Mutter hat ihn im Frühling dem Salat beigemischt und das zu meinem Unwillen. Mochte ich doch als Kind die bitteren Blätter überhaupt nicht gerne.

Heute als Erwachsene ist das anders. Heute esse ich den Löwenzahn praktisch die ganze Vegetationszeit durch. Sei es als Salat, in einem Wiesendrink, als Knospengemüse, als grüne Suppeneinlage oder gar als Wurzelgemüse. Und sie bekommt meiner Gesundheit äusserst gut. Denn als Heilpflanze ist sie ganz gross. Sie regt die Verdauungssäfte an, reinigt Leber und Blut und bringt die Verdauung in Schwung.

‚Der Löwenzahn klärt das Gesicht‘, das kann man in vielen alten Schriften lesen. ‘Es nimmt den Schleier und die Flecken von den Augen‘ schreibt noch Pfarrer Künzle und empfiehlt Löwenzahnsaft in die Augen zu träufeln.

Seine ausschwemmende Wirkung kann man aus den Volksnamen wie ‚Pissenlit‘ oder ‚Bettseicher‘ entnehmen.

Da bei Reinigungsskuren immer sehr viel Kalium aus dem Körper ausgeschwemmt wird, ist auch da der Löwenzahn die ideale Pflanze, denn sie ist äusserst kaliumreich.

Der Arzt und Phytotherapeut R.F. Weiss empfiehlt bei Neubildung von Nierensteinen, Löwenzahnwurzeltee in Form von sogenannten Wasserstössen. Man bereitet morgens einen Liter Tee aus Löwenzahn-wurzeln und trinkt diesen schluckweise auf nüchternen Magen und zwar innert 15-20 Minuten. Da dieser Tee sehr wassertreibend ist, soll man diese Kur nur an den Wochenenden durchführen.

Der Tee aus Blättern und Wurzeln ist auch ein ausgezeichneter Begle-iter bei Entschlackungs- oder Fastenkuren. Und wer seinen lästigen Winterspeck wieder loswerden will, ist mit dieser Bitterstoffdroge gut beraten, denn sie bringt wieder Schwung und Bewegung in den Körper.

Wer es bitter liebt, kann die Löwenzahnstängelkur ausprobieren und die funktioniert folgendermassen: Man beginnt mit einem Blüten-stängel pro Tag und steigert langsam bis zu fünf Stängeln. Diese fünf Stängel isst man nun täglich drei Woche lang, und reduziert wieder bis auf  Null. Sollten Schmerzen in den Nieren auftauchen, reduziert man die Stängelmenge bis auf die Anzahl, bei der die Schmerzen aufhören und isst dann drei Woche lang diese gut verträglichen (z.B.) drei Stängel.

Diese Kur sei AllergikerInnen sehr empfohlen.

Die Stängel ist übrigens gar nicht so bitter, denn durch das Kauen verwandelt sich die in den Stängeln enthaltene Stärke in Zucker und der Brei wird süsslich.

Noch ein Tipp für Pferdehalter: ‘Wann ein Rossz unlustig ist/und sein Futter nicht essen mag/so schneide jhm frisch Röhrleinkraut/unnd gib es jhm under seinem Futter zu essen/so wird es lustig und auch wol dadurch gereyniget. Lege jhm auch Röhrleinkraut in sein Wasser und lasse daruber trinken.

Wenn ein Rossz nicht stallen kan: So nimm Röhrleinkraut und Wurtzel vier guter Handtvoll/schneide die klein/uns seuds in halbWein und Essig dass es zusammen ein Mass seye/zum halben Theil ein/seihe es durch ein Tuch und trucke das Kraut unnd Wurtzel hart auss/schütte es dem Gaul durch ein Horn eyn.‘

 

Rezepte

 

Löwenzahnwurzeltinktur
Ein Glas mit kleingeschnittenen Wurzeln füllen und mit einem klaren Schnaps übergiessen. Drei Wochen stehen lassen und täglich schütteln.

Durch einen Strumpf abgiessen und in dunkle Fläschchen abfüllen.

3 x täglich 25 Tropfen in etwas Wasser einnehmen. Nach sechs Wochen einen Monat Pause machen und wiederholen.

Eine Alternative für Menschen, die Bitteres gar nicht essen mögen.

 

Löwenzahnblütenhonig

Löwenzahnblüten pflücken mit den Kelchblättern. Nicht waschen, nur die evtl. darin sitzenden Käferchen abschütteln.

Mit Wasser überdecken und aufkochen. Von der Herdplatte nehmen und eine gescheibelte Zitrone und eine Vanilleschote dazugeben.

Über Nacht stehen lassen.

Durch eine Gazewindel abschütten, gut ausdrücken und abmessen. Mit gleichviel Zucker wieder aufkochen und auf ganz kleinem Feuer bis zu Honigdicke einköcheln lassen (Gelééprobe).

Falls der Honig zu dick wird, kann er nochmals etwas erwärmt und mit Butter vermischt werden.

Im Kühlschrank aufbewahren.

Eine Delikatesse, die nicht nur Kinder heiss lieben!!!

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